Dienstag, 27. November 2012

Und bevor meine "Opfer" für die nächsten geplanten Blogbeiträge über die Erdinger Region bereit sind, sich portraitieren zu lassen (manche sind offensichtlich noch schüchtern...)
mache ich meine Leser erstmal auf eine andere Aktion aufmerksam:

Meine geschätzte Texterkollegin Tanja Ranzinger hat sie gerade auf dem Blog
http://www.bayern-hautnah.de gestartet.
Sie und einige andere waren nämlich der Ansicht, dass es höchste Zeit ist, eine gute alte Tradition wiederzuerwecken, nämlich die des Geschichten-Erzählens. 
 
Daraufhin wurde im November mit vereinten Kräften Stoff dafür zusammengetragen, damit Eltern, Omas, Opas, Tanten, Onkel, Geschwister, LehrerInnen, KindergärtnerInnen, ErzieherInnen, kurz, alle Menschen, die gerne vorlesen und erzählen, nun für jeden Tag im Advent auch etwas zu erzählen haben.

Der Fernseher bleibt aus, dafür werden die eigene Fantasie und Vorstellungswelt jedes großen und kleinen Zuhörers und Mitlesers geweckt.

K.F.L. Fotalia.com




Adventszeit - .... häufig überschlagen sich die Ereignisse, denn Weihnachten kommt immer so plötzlich. Dann hilft nur noch bewusstes Entschleunigen.

Irgendwie zwischendrin doch noch Plätzchen backen?

Eine gute Gelegenheit, sich mal wieder mit alten Bekannten zu treffen, beispielsweise auf einem schönen Weihnachtsmarkt, um zu plaudern, Glühwein zu trinken, Stände anzuschauen, die Stimmung zu genießen und sich vorzunehmen, im kommenden Jahr alles viel ruhiger und anders zu machen.

Oder raus in den Wald gehen, am besten, wenn tatsächlich mal Schnee liegt. Denn ein kleines bisschen von der Kinder-Sehnsucht ist geblieben, die Idee, dass hinter der nächsten Biegung etwas besonders Schönes auf uns wartet in einem verzauberten Winter-Wald.
Das kann auch das Heimkommen sein: zu heißem Tee, dem ersten Stück Stollen, einem warmen Kachelofen und zu Menschen, die man gern hat.
Oder zu einem tollen Buch - einige davon findet man hier.









Donnerstag, 15. November 2012

Wenn der letzte (auch über-regionale) Baum gerodet ist....

...jaja, oft bemüht, die einzelnen Versatzstücke der echten oder vermeintlichen Rede des nordamerikanschen Hauptlings "Seattle".
Was mir allerdings dieser Tage zum Thema Benzin und E10 einfällt:
"... werdet Ihr erkennen, dass man Geld nicht essen kann".
Nicht essen, nicht trinken, nicht einatmen, nichts dergleichen...
Benzin auch nicht.
Mein kleiner Fiesta würde das Zeug schlucken, kein Problem.
Was mich ärgert: Man wird im Internet, im Fernsehen, per Zeitschriften, rund um die Uhr mit Werbung überschüttet. Trotzdem wird es jetzt als "Holschuld" des Verbrauchers hingestellt, dass die Informationen zum neuen Kraftstoff nicht ausreichend durchgesickert sind. Respektive als die Schuld der Tankstellenbetreiber... was wäre denn dabei gewesen, mal zur Prime Time den einen oder anderen nein, nicht Werbe- aber Informationsspot zu senden? Wo sind bzw. waren all die tollen Broschüren die uns alles über das Zeug hätten nahebringen sollen?
Was mich auch ärgert: Gestern Abend in Erding fuhr ich eine Tankstelle an (welche verrate ich natürlich nicht.) Suche sämtliche Zapfsäulen ab - obwohl das große Leuchtschild verkündet, dass hier noch das vertraute SUPER für immerhin 1,55 Euro zu haben wäre, gibt es dazu keine passende Zapfsäule mehr. Verwirrt beginne ich (schon etwas müde) etwas ins Auto zu füllen, das, oh Schreck, 1,64 Euro kostet. Super V.
Also den Benzinspender oder wie das Ding heisst, wieder weggehängt, Tank zu gemacht, wutschnaubend hinein um die 1,5 Liter Super V zu bezahlen. Der Mann an der Kasse ist ein Zuagroaster (muss ich zur Ehrenrettung der Erdinger sagen) und wiederholt stereotyp, dass da ja was nicht beleuchtet wäre und es mir somit klar sein müsste, dass es kein normales Super mehr gibt. Ich verstehe ihn nicht, aber das liegt wohl eher daran, dass er mich nicht verstehen will, Gefühl Nr. 1, Gefühl Nr. 2 sagt mir, dass hier jemand schlichtweg keine Lust hat, zu kommunizieren, und mich daher im humorlosen Sinne veralbert bzw. zurechtweisen will. Das finde ich unangebracht, aber was soll ich mich streiten. Draussen treffe ich einen anderen Benzin-Verbraucher, der genau wie ich die passende Zapfsäule zur Ankündigungstafel sucht und genauso verwirrt und angesäuert ist wie ich. Er knurrt etwas von einer Tankstelle in einem der Gewerbegebiete. Beide steigen wir wieder in unsere Autos und fahren weiter.
Im nächstgelegenen Gewerbegebiet stosse ich auf eine große Tankstelle die noch ALLES anbietet. Ich fülle "mein" Super in meinen Tank, und gehe zahlen.
Drinnen sage ich: "Gut dass Ihr noch normales Super habt, ich weigere mich nämlich, ESSEN in meinen Tank zu füllen". Woraufhin sich ein Gespräch entspinnt zwischen der Kassiererin, dem Tankstellenbetreiber und mir. Alle Drei sind wir ärgerlich.
- wir fühlen uns fehl- bis gar nicht informiert.
- wir fühlen uns veralbert im Sinne von "Bio..." und "nachhaltig"... von wegen!

Da werden weltweit immer noch mehr Wälder abgeholzt, damit Pflanzen zur Ethanolgewinnung angebaut werden können. Damit würde ja jeder umweltfreundliche Aspekt von E10 hintenherum wieder aufgehoben und ins Gegenteil verkehrt!

Da werden Anbauflächen für Ethanol-Gewinnung verwendet, während nebenan die Leute Hunger leiden.
Wer schon mal in Drittweltländern gereist ist, und ein bisschen aufgepasst hat, weiss: Das "Brotgetreide", das die Menschen ernährt, sei es Reis, Mais, Weizen - ist fast etwas Heiliges. Die Einwohner Madagaskars, teilweise indonesischer Herkunft, tun nicht mal Salz an ihren Reis, denn das darf man nicht, aus Respekt.
Für den Mais, in Nordamerika kultiviert, gilt Ähnliches. Bis bei uns der Alte Fritz die Kartoffel (eine agrikulturelle Höchstleistung der Andenvölker) importierte, waren Roggen und Weizen die Grundlage unserer Ernährung. Alte Bauersleute kratzen bis heute ein Kreuz auf ihren Brotlaib, bevor sie ihn anschneiden.
Sentimentales Zeug? Alles Quatsch?

Das sagt Wikipedia zur Produktion von E10: Das nur für Kraftstoffzwecke als Zusatzstoff von Benzin in unterschiedlichen Mischungskonzentrationen biologisch hergestellte Ethanol wird heutzutage verkürzt als Bioethanol bezeichnet, es ist im Kontext der energetischen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen bedeutend. Während Bioethanol bisher nur aus Zucker und somit vor allem aus Zuckerrohr sowie stärkehaltigem Getreide gewonnen wurde, wird für neuere Technologien vor allem auf Biomassenutzung zellulosehaltiger Rohstoffe wie Chinaschilf, Rutenhirse und Holz zugegriffen; das Ergebnis ist das Cellulose-Ethanol.

Na wunderbar. Irgendwo müssen diese Grundstoffe ja herkommen. Nachwachsende Rohstoffe - liest sich erst mal gut, aber s. o. wie werden wohl in der Zukunft die Prioritäten gesetzt werden?

Bevor mir jemand nicht eindeutig erklärt, dass ich NICHT das Essen anderer Menschen in meinen Tank fülle, tanke ich für mein Teil das gute alte Super. Momentan bin ich in der glücklichen Lage, nicht täglich autofahren zu müssen. Das kann sich natürlich schnell ändern, dann muss ich sicher noch mehr aufs Geld sehen und sparen, wie viele andere Menschen in Deutschland auch. Und komme dann in Zugzwang. Muss entsprechende Entscheidungen für mich fällen.

Vorerst bin ich einfach für mehr Information, die man uns Bürgern FREIWILLIG und offen spendet, und ein bisschen großzügiger als das bisher geschehen ist. Und bitte keine Augenwischerei von wegen "Das tut ihrem Auto nichts" oder "Da gibts strenge Richtlinien für die Erzeugung von Biokraftstoff" - überall wo es Geld zu verdienen gibt, wird über Leichen gegangen, sieht man jetzt in Japan, aber ich hör' schon auf, sonst wird das ein überregionaler Aufreg-Blog und ist kein Erding-Blog mehr...
Und bitte auch keine Drohungen und Druck von oben, bevor man nicht ordentlich informiert hat - das erinnert nämlich mehr an überholte Feudalsysteme und Raubritterzeiten als an demokratische Grundsätze...

Und hier noch ein
Nachdenklicher Blog zur "Biokraftstoffgewinnung"  - da schaug her, ich bin gar nicht alleine mit meiner Ansicht.