Sonntag, 29. August 2010

Das nächste Event im Bauernhofmuseum...

von dem ich weiss, abgesehen vom freitäglichen Bauernmarkt, wirft schon seine Schatten voraus:

Das II. Historische Marktfest Erding
vom 17. bis 19. September - der Mittelaltermarkt mit Händlern und altem Handwerk, Speys & Trank, Gaukeleyen, Waren und Tand aller Art,
beginnt am Freytag den 17.09. um 1 Uhr Mittagszeit, endet um die 10. Stunde des Abends.
Samstag von 10-22 Uhr, Sonntag von 10-18 Uhr.

Ich darf mal die Veranstalter bzw. einen Ausschnitt aus ihrem Webauftritt zitieren:

Gerade wegen des einmaligen Ambiente des Bauernhausmuseums bietet sich hier die Möglichkeit einen Mittelaltermarkt ohne den ganzen Kitsch und Tamtam anderer Veranstaltungen anzubieten und in Ruhe zu geniesen.
Und die Kulisse ist perfekt!  


Wir legen Wert darauf, gerade handwerkliche Traditionen zu zeigen und erlebbar zu machen. So wird die Schmiede von 1833 auf dem Gelände wieder in Betrieb genommen, der Backofen wird mit Holz angeheizt die spinnstube geöffnet und manch handwerklicher schatz zu sehen sein.
Auf das Holzofengebackene freu ich mich ganz besonders!

Für das leibliche Wohl in Form von warmen Speisen wie Fleischspießen, Würsten, Backwaren aller Art und frisch aus dem Ofen, Crêpes, Trockenfrüchten, Zuckergebäck bis hin zum Eis Marke Rittertraum ist an den verschiedenen Ständen gesorgt. Den Durst kann der Besucher an der Schenke oder in der Methütte stillen.

Bin schon gespannt und krame schon mal mein mitteralterliches Gwand wieder aus, vielleicht gibts ja für Zeitreisende einen Eintrittsbonus?

Donnerstag, 26. August 2010

DER Kutschentreff am Sonntag, den 22.08.2010

Immer wieder angenehme Überraschungen.
Beispielsweise kenne und liebe ich das Erdinger Bauernhofmuseum sehr.
Freitags ist hier Markt, Landwirte verkaufen ihre Produkte direkt. Nicht ganz billig, aber frisch und lecker. Obst, Gemüse, Fleisch, Honig, Marmelade, Backwaren, Käsespezialitäten...



Bemerkenswert sind natürlich die alten Gebäude, die hierher umgesiedelt und aufgebaut wurden - das älteste stammt aus dem 16. Jahrhundert, ein mächtiger hölzerner Getreidekasten.



Sommer im Bauerngarten...
 Ein liebevoll gepflegter Bauerngarten,
ein funktionsfähiges Backhäusl,
ein Taubenschlag
- es gibt immer Neues zu entdecken.












Da finde ich zum Beispiel letzte Woche auf der Internetseite von "Hallo Erding" die kurzfristige Ankündigung eines Kutschentreffs am Sonntag, den 22.08.2010. Also vom Freund die Kamera leihen, eine Kurskollegin von der Journalistenakademie samt pferdebegeisterter Tochter einladen und - nichts wie hin.
Wer es ländlich-bayerisch, gemütlich, bunt und zeitreisend liebt, musste sich hier wohl fühlen.

Organisiert wurde das Ganze vom Peter Huber aus Bockhorn, begeistert unterstützt von Frau Alzner vom Landratsamt Erding und Frau Preisacher vom Bauernhofmuseum. Das passende Sommerwetter hatte man gleich mit bestellt.


Bis zur Mittagszeit sammelt sich ein erwartungsvolles Publikum auf der Terrasse des Museums-Cafés und auf dem weitläufigen Gelände.


Auf dem ersten Bauernhof des Museums, wo auch der mobile Biergarten der Familie Heigl aufgebaut ist, präsentieren sich dann ab halb 1 nacheinander 20 Kutschen, von Peter Huber sachkundig und spritzig kommentiert, so, wie sie auf den Hof einfahren.

Einige waren schon auf der Herfahrt am Strassenrand zu sehen. Sie haben weite Wege zurückgelegt, bis aus der Taufkirchener und der Landshuter Gegend, andere sind ein Stück weit mit dem Anhänger gekommen, haben auf halber Strecke ausgeladen und zu einer geselligen Sonntagsausfahrt angespannt.



Kutsche fahren ist eine soziale Angelegenheit, denn schon beim Anspannen kann man helfende Hände gebrauchen, und auf einer Wagonette beispielsweise können sich bis zu 6 Mitfahrer gegenüber sitzen und gemütlich plaudern. Immer vorausgesetzt, man hat eine verkehrstüchtige Chaise und brave, gut eingefahrene Rösser.




Zuweilen gelingt hier im Bauernhofmuseum ein Foto wie aus einer anderen Zeit – wie das vom schön geschmückten Haflingergespann vor einem restaurierten, echt antiken Doktorwagerl, einem Sammlerstück, das stilecht präsentiert wird: Sommerblumenschmuck auf dem Bock und an den eingeflochtenen Schweifen der Pferde, der Herr und die Dame auf dem Bock in bayerischer Tracht.


Allerhand Kutschen-Raritäten, Repliken wie sachkundig restaurierte Originale, gibt es zu bewundern – viel Liebe zum Detail, Zeit und Arbeit haben die Kutschenliebhaber hineingesteckt!  

Stilecht präsentiert sich ein eleganter dunkelbrauner Traber vor einem weiteren antiken Wagen.



Traber Petrus aus Parsdorf - oben mit Kutsche, hier macht er grad Pause.
Eine hübsche isabellfarbene Quarterstute zieht einen nachgebauten amerikanischen Spider-Wagen mit hohen Rädern. Hunde bei Fuss, auf dem Bock zwei „Cowboys“.





Peter Huber kommentiert sie alle einzeln übers Mikrofon, stellt die Fahrer vor, weiss, wo sie herkommen, ob sie reine Freizeit- oder gar erfolgreiche Turnierfahrer sind, Pferdezüchter, Bastler und Sammler, im Landkreis bekannte Pferdebegeisterte. Dazu erklärt er viel Wissenswertes über die Fahrerei: Was ist ein sportlicher Marathonwagen, was ein typisches Gäuwagerl? Wie kann man ein „antikes“ Gefährt von einem neuerer Bauart unterscheiden?
Wozu eignet sich eine Kumt-Anspannung, wie muss ein Brustblattgeschirr sitzen? Warum ist das Zweispännerfahren leichter als das Lenken eines Einspänners, auch wenn es schwieriger aussieht? Und wie kriegt man einen temperamentvollen Vierspänner gekonnt um eine Kurve?


Das Um-die-Kurve-Fahren gelingt allen bravourös, denn die Pferde sind brav, routiniert und gut erzogen. Auch das zeigt viel gründliche Vorarbeit.




Heute wird beim Kutsche Fahren natürlich Wert gelegt auf Gummibereifung, gute Bremsen und eine wirkungsvolle Beleuchtung. Für die sichere Teilnahme am Strassenverkehr ein Muss! Das Argument von Peter Huber zu diesem „Stilbruch“: Hätte man das früher schon gehabt, hätte man es auch eingebaut.

Inzwischen werden Kaffee, Spezi und Bier zu Kuchen und Wurstsalat verzehrt, es geht nicht laut zu, aber fröhlich. Die Pferde stehen angebunden unter den Bäumen im Schatten und geniessen ihre wohlverdiente Pause. Eine kleine Zeitreise zwischen den antiken Gebäuden des Bauernhofmuseums.


Der Erlös der anschließenden Verlosung von Kutschenfahrten auf Höfen, die heute ihre Gespanne vorgestellt haben, kommt übrigens dem Tierheim im nahen Kirchasch zugute.


Wunderbare Idee - hoffen wir, dass dieser Kutschentreff als sonntägliche Zeitreise zum festen Termin im Bauernhofmuseum wird. Den Sonnenschein und den blauen Himmel dazu bestellen wir auch gleich mit!




Wilder Westen?






























Zeit zum Freundschaft schließen























Dorfschmiede